Spieglein Spieglein an der Wand, wer ist der schnellste Stefan Schmid im Land?
Um diese Frage zu beantworten dauerte es 3:58:40h. Nach 2km Schwimmen, 85km Radfahren und 20km Laufen stand am Sonntag fest, dass ich die Nase im fränkischen Kulmbach vorne habe.
Nach meinem dritten Platz vor 2 Wochen beim Tristar111 in Worms ging ich hoch motiviert ins Rennen, doch nichts desto trotz: die Nervosität war enorm, da ich viel erwartete. Bemerkbar war das z.B. als ich am Freitag noch Liegestütze machte (die ich bestimmt schon 2 Jahre nimmer machte), weil ich mir über mein Schwimmen noch unsicher war, aber darauf hin hatte ich bis Sonntag Muskelkater…. Mmmhhh naja wie unprofessionell
und am Wettkampfmorgen hatte ich einen nervösen Magen und die Beine beim Warmlaufen waren so schlecht wie schon lange nicht mehr…. Ooooohje, unter diesen Bedingungen habe ich keine Lust, dachte ich mir. Mit gemischten Gefühlen stand ich dann am Trebgaster See und wartete neben meinen Hauptkonkurrenten, meinem Namensvetter Stefan Schmid aus Bayern und Niclas Bock aus Köln, auf den Start.
So ging es um 9Uhr auf die 2km Schwimmen.
Nach dem Startschuss für den Massenstart ging es sofort mit übelsten Prügeleien los, in die ich mitten rein kam. Ich bekam ständig Schläge ab und wurde getunkt und zuletzt verlor ich meine Schwimmbrille, so dass ich kurz anhalten musste, um sie wieder aufzuziehen. Total gestresst und genervt wollte ich das Rennen eigentlich schon beenden, weil ich durch die Rangeleien extrem viel Zeit auf die Spitze verloren habe… Doch ich dachte mir, man reiss dich zusammen, das waren jetzt gerade mal 10min von 4h Wettkampf, da kann noch viel passieren. So zog ich die restlichen 1,5km noch in einem ordentlichen Tempo durch. Dem Wasser endlich entstiegen vielen mir 100 Steine vom Herzen
und freute mich auf die 85km auf dem Rad. Mit 5min Rückstand auf die Spitze wollte ich nun richtig Gas geben. Mit kontrolliertem hohen Tempo ging es über die ersten Hügel bis es zum langen Anstieg ging, der dreimal zu bezwingen war. Den Rückstand auf die Spitze konnte ich leider nicht verkürzen, konnte mich aber bis zum zweiten Wechsel, der sich in einer Halle der Mönchhofs Brauerei befand, bis auf Platz 4 vorarbeiten. Als starker Läufer wollte ich nun zeigen was ich drauf hab. Bereits nach 2km lief ich auf meinen Namenskollegen Stefan Schmid aus Bayern auf, der zu diesem Zweitpunkt auf Platz 2 lag. Nun hieß es mit einem hohen aber kontrolliertem Tempo weiter zu laufen, denn auch wenn Platz eins und somit Niclas Bock zu diesem Zeitpunkt noch 4 ½ min weg lag, auf den restlichen 18km konnte noch viel passieren. Ich glaubte zwar nicht wirklich daran, dass da noch Platz eins drin wäre, aber aufgeben und mich mit Platz 2 zufrieden zu geben wollte ich nicht. Das Tempo bewegt sich im Bereich von 3:25min pro Kilometer. Nach der ersten Laufrunde und 10km gelaufen, betrug der Rückstand noch 3min. Da schien es schon so, dass Platz eins kaum noch zu schaffen sei. Doch als die Zuschauer immer geringere Abstände zuriefen, schöpfte ich wieder Hoffnung. Bei km 12 hieß es 2min und bei km 14 nur noch 50 sek. Da wusste ich der erstplatzierte hatte mächtig Probleme. Bei km 15 war er in Sichtweite und ich konnte Ihn bei km 16 stellen. Von da an, war es trotz Schmerzen der bis dahin fast 4h Strapazen ein wahrer Freudelauf und ich genoss es. Doch ganz hängen lassen durfte ich mich noch nicht, da der bayrische Stefan Schmid immer noch nur 1 1/2min hinter mir war und keine Anzeichen machte aufzugeben. Und wohlwissend, dass er als erfahrener Langdistanzler sein Rennen sehr gut einteilen kann, war zu diesem Zeitpunkt noch nichts sicher.
Bis 5
00m vor dem Ziel lief ich voll durch, dann kam die Freude richtig hoch und ich genoss den letzten halben Kilometer in vollen Zügen.
Im Ziel auf dem Gelände der Mönchshofbrauerei empfiengen mich zwei Mönche, die mich über die Ziellinie begleiteten.
Dieser zweite Titel bedeutet mir sehr viel, denn eine Titelbestätigung ist extrem viel Wert, dann kann keiner mehr von „Glück“ reden
Nun heißt es die Pferde ruhig zu halten, denn die nä
chsten Rennen stehen auch schon bald an.
Am 25.6. der Speedman in München, 3.7. Altersklassen DM in Düsseldorf, 9.7. Sprinttriathlon in Pressath sind die kommenden drei…
Bis dahin
Euer Stefan
Bilder: Michael Passing
Presse Links: tri2b, tri-mag, südwestpresse, triathlon.de, infranken, nordbayern kurrier







